Gaia – Astronomie-Teleskop

By | 20. Dezember 2013
Gaia

Gaia

Spiralgalaxie NGC 6744
Quelle: ESO / DLR

Am 19. Dezember 2013 startete um 10:12 Uhr MEZ auf dem Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana eine russische Sojus-Rakete erfolgreich. Auftraggeber ist die europäische Raumfahrtagentur ESA. Das Frachtgut ist das bislang größte Weltraumteleskop mit dem klangvollen Namen „Gaia„, die Urmutter sowohl in der römischen, als auch in der griechischen Mythologie.

 

Große Ambitionen in der Astronomie

Gaia ist im Grunde eine riesige Digitalkamera. Mit der extremen Auflösung von knapp 1 Mia. Pixel, das ist optisch so genau, dass man damit ein einzelnes Haar aus 1000 km Entfernung erkennen könnte, möchte die ESA ein dreidimensionales Abbild unserer Milchstraße erstellen. Dabei geht es um die (relative) örtliche Erfassung von mehr als 100 Mia. Sternen einschließlich des Aufspürens von Exoplaneten oder Asteroiden in unerwarteten Regionen. Auch bereits „verstorbene“ Sonnen, oder Masseansammlungen, deren Entwicklung unmittelbar vor der „Zündung“ des Sternenfeuers (Wasserstoff-Helium-Fusion) stecken geblieben ist, so genannnte „Braune Zwerge“ sollen durch das neue Teleskop, das eigentlich ein moderner Nachfolger des berühmten Hubble-Teleskops ist, gefunden werden. Die Astronomen versprechen sich davon auch mehr Verständnis mit Blick auf die immer wieder postulierte „Dunkle Materie“ im Weltraum. Sogar weitere Bestätigungen der Relativitätstheorie erwarten die Wissenschaftler mit diesem Projekt zu liefern, in dem es möglich sein wird, die Krümmung von Lichtstrahlen im Gravitationsfeld großer Massen quantitativ nachzuweisen.

 

Federführung und Zuständigkeit

Der Betrieb und auch die Kontrolle des Satelliten erfolgt durch das europäische Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt. Nach dem erfolgreichen Start kann es immer noch zu diversen Pannen kommen, denn das automatisch ablaufende Programm des Satelliten ist umfangreich und vielschichtig. Vier Tage lang dauert beispielsweise die LEOP-Phase. Die Abkürzung steht für: „Launch and Early Orbit Phase“. Dazu gehört die Ablösung von der oberen Fregat-Stufe der Sojus-Rakete. Die Lage-Feinjustierung des Teleskops soll dann erstmalig mit Mikro-Antriebsdüsen erfolgen.  Das europische Raumfahrtunternehmen Astrium hat brigens das Weltraumteleskop entworfen und gebaut. Das Kernteam bestand in diesem Fall aus Wissenschaftlern und Ingenieuren aus Grobritannien, Frankreich und Deutschland.

 

Auch in der modernen Astronomie sind Datenfluten zu bewältigen

Die hochauflösende Weltraumfotografie bringt es mit sich, dass der Satellit riesige Datenmengen ins Kontrollzentrum nach Darmstadt schicken wird. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass Gaia mindestens 200.000 DVDs füllen wird, größenordnungsmäßig also ca. 1 Mio. Gigabyte.

 

Weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gaia_%28Raumsonde%29

http://www.tagesschau.de/ausland/gaia-milchstrasse100.html

http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article123110306/Groesste-je-gebaute-Weltraumkamera-ins-All-gestartet.html