Die Sterne beschäftigen die Menschen schon seit jahrtausenden

By | 20. Dezember 2013

Wenn nicht „Gott, der Herr, … sie gezählet“ hätte, wie es in dem alten Wiegenlied heißt, sondern man es selber machen müsste, so könnte man mit bloßem Auge auf beiden Erdhalbkugeln etwa 6000 Sterne finden.  Schon vor 4700 Jahren hatten die ersten Himmelsbeobachter in der Wüste des antiken Babylon die Namen für die hellsten und damit bekanntesten Sterne erfunden. Um 140 v.Chr. konnten die alten Griechen immerhin rund 1000 Sterne in einem Namenskatalog zusammenfassen.

Als 1837 die Zeilen des anfangs erwähnten Kinderliedes entstanden, vermutete die Welt der Wissenschaft insgesamt 35.000 Sterne. Heute aber wissen wir, dass es „Myriaden“ davon gibt und auch mehrere Milliarden Galaxien. Allein unsere Heimatgalaxie – das Band der Milchstraße am Nachthimmel – besteht aus mehr als 100 Milliarden Sternen. Da die Zahl der Galaxien im Universum gegenwärtig auf 100 Milliarden hochgerechnet wurde, so kann man davon ausgehen, dass es im gesamten Weltall „10 hoch 21“, also 10 Trilliarden Sterne gibt. Das bestärkt die Annahme, dass das Universum unergründlich groß ist.

 

Jetzt kann man leicht ermessen, welche wahnsinnige Entwicklung die Astronomie in den vergangenen 5000 Jahren genommen hat.

Das Wort „Astronomie“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „astrón“ – der Stern und „nómos“ – das Gesetz. – Es handelt sich dabei wortwörtlich um „Gesetze der Sterne“, was eine bedeutende Wissenschaft geworden ist, ganz im Gegensatz zur „Astrologie“, mit der es häufig verwechselt wird. Die Endsilbe „lógos“ bedeutet „Wort“, und den Astrologen geht es nur darum, mit vielen schönen Worten Menschen klarzumachen, weshalb die Unterschiedlichkeit ihres Wesens allein von einer Zufallskonstellation der Gestirne im Augenblick Ihrer Geburt abhängig ist. Hieraus werden dann nicht rational begründete Vorhersagen für eine glückliche oder unglückliche Zukunft gemacht, die aber durch bestimmtes Handeln beeinflusst werden kann. – Das ist keine Wissenschaft, sondern „magisches Denken“!

Die Astronomen dagegen untersuchen Objekte des Weltalls, im „Nahbereich“ angefangen mit den Planeten unseres Sonnensystems einschließlich ihrer Monde und natürlich die Sonne selbst, als unserem zentralen Stern (ca. 150 Millionen km entfernt), sowie Meteoriten, Asteroiden und Kometen. Im weiter entfernten Bereich – das Maß dafür sind Lichtjahre – geht es um Sterne, Sternenhaufen und ganze Galaxien. Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhundert nachgewiesen wurde, dass einige sehr weit entfernte Sterne, die z.T. nicht sichtbar sind, elektromagnetische Radiowellen aussenden, haben die Astronomen einen neuen Forschungsbereich entdeckt. Es handelt sich dabei um Quasare und Pulsare. Letztere sind schnell rotierenden Neutronensterne.

Spektakulär wurde es als die NASA im vergangenen Jahr das weitest entfernte Objekt im gesamten Universum gefunden hatte: eine Galaxie, die 13,3 Mrd. Lichtjahre von uns entfernt liegt. D.h. sie ist fast so alt wie das Weltall selbst.  Das führt zu den wichtigsten Problemen der Kosmologie, die die größten Fragen der Menschheit beinhaltet: Seit wann existiert die Welt? Wie konnte es einen Anfang geben, und wann naht das Ende?